Tag 2 – Jeder Tag hat seine eigenen Freuden

Heute ist so ein Tag, an dem die pure Freude über den Deutschlandsieg sich mit Alltagsfragen abwechselt und dadurch immer mal wieder leicht ausgebremst wird. Mit dem Einzug ins Finale verhält es sich allerdings auch so wie mit dem Verliebt sein. Wenn die Glückshormone überschwappen, befinden Sie sich rasch in einem ungesunden Ausnahmezustand, der auf Dauer gar nicht auszuhalten ist. Umso besser also. Während ich gestern Abend allerdings noch nichtsahnend diesen Aufruf hier startete, mischten sich nüchterne Überlegungen in mein blankes Erstaunen über drei Tore in drei Minuten und das letztlich extraterrestrisch anmutende 7:1, ob ich hier so mir nichts, dir nichts zum Spenden aufrufen kann.

Die völlig empörte Antwort einer Dame beim Finanzamt lautete postwendend auf Nein. Kann ich also nicht. Das Telefon wurde plötzlich selbst zum Hörspiel-Medium, ich begann mir nämlich vorzustellen, wie die Frau zu dieser Stimme wohl aussehen würde, die durchaus Talent in der Färbung ihrer Stimmlagen bewies. Bestimmt trägt sie einen Dutt, dachte ich gleich, und ist bis zum Hals zugeknöpft – trotz der Wetterlage. Sie schepperte mir mit brüskem Ton ins Ohr, als hätte ich als guter Bürger die Pflicht, darüber Bescheid zu wissen, wie das alles mit Körperschaften, Gemeinnützigkeiten und nicht natürlichen Personen zu funktionieren hat. Ich mache sowas ja auch jeden Tag.

Jedenfalls werde ich wohl so etwas wie einen Verein gründen müssen, damit ich beim Finanzamt nachweisen kann, dass ICH WILL MEHR HÖRSPIEL der Gemeinnützigkeit dient, wenn ich lässig und gut gelaunt ein Spendenkonto errichten und hier angeben will. Dass es allerdings auch Vereinsgründungen gibt, die nicht eingetragen werden müssen, hat mich immerhin schon mal erleichtert. In jedem Fall mache ich mich dazu noch mal etwas schlauer und halte Sie auf dem Laufenden. Sollten Sie meine Idee zur Spende jetzt, hier und sofort für gut befunden haben, müssen Sie sich also dennoch noch etwas gedulden.

Wie versprochen, gebe ich Ihnen aber nun Teil 1 meines PR-Konzeptes an die Hand. Ich habe etwas selektiert und denke, es wäre von Vorteil, Ihnen vor allem näherzubringen, warum das Hörspiel für mich ein so wichtiges Genre ist. Was macht das Hörspiel also so besonders in meinen Augen und warum sollten Sie meine Meinung überhaupt teilen?

Warum also (mehr) Hörspiel?

Hörspiel und Feature leisten einen wichtigen Beitrag zur Schule des Hörens und vor allem des ZUHÖRENS!
• Die Gattung Hörspiel/Feature ist somit auch Teil des Kultur- und Bildungsauftrags und trägt zur Programmvielfalt bei.
• Die Gattung wird fast nur noch im deutschsprachigen Raum produziert – wenn Hörspiele hier nicht mehr entstehen können, stirbt ein Kulturgut.
• Der künstlerische Ertrag eines Hörspiels wird mit erstaunlich günstigen Mitteln ermöglicht (durchschnittliche Produktionskosten für ein Hörspiel 20.000 €. Welches andere qualitative Medienformat kann da mithalten?)

Bildquelle: http://www.welt.de/wissenschaft/article1735411/Mozart-Sonaten-beruhigen-Kinder-und-Kuehe.html
Quelle: http://www.welt.de/wissenschaft/article1735411/Mozart-Sonaten-beruhigen-Kinder-und-Kuehe.html
  • Welches Kind liebt Hörspiele nicht? Ein Verlust dieser Gattung ist allein hier undenkbar. Natürlich werden Kinderhörspiele heute z.T. auch von privaten Produzenten hergestellt. Aber – nicht selten – mit welchen Qualitätsstandards?! Die Ohren unserer Kinder sind zu empfindlich, um sie (allein) den privaten Anbietern zu überlassen! Erinnern Sie sich nicht auch noch gern an das eine oder andere besondere Hörspiel aus Ihren Kindertagen?

Phantasie und Sprache werden ausgebildet. Interesse am Buch zum Hörspiel wird ggf. mit geweckt…
Faszinierende Arbeitsweise: In Hörspielproduktionen wird mit sehr reduzierten, non-visuellen Mitteln Vortreffliches geleistet. Der geschärfte Blick auf den konzentrierten Kern einer Geschichte und die Möglichkeiten seiner Vertonung bringt „Hör“-Spiele als ein sinnliches Erlebnis hervor. In diesem kleinen Wirkungsfeld nutzt der Hörspielschaffende kongenial häufig nur das Mittel der Andeutung. Als Teil eines Ganzen entfaltet es seine volle Wirkung erst im Kopf des Hörers – pars pro toto in seltener Vollendung
Hörspiele/Features heben sich deutlich ab von der aktuellen optischen Überreizung im Alltag und von der häufig verstörenden Bilderflut anderer Medienformate. Der Mensch kommt beim Zuhören zur Ruhe, wird nur durch EIN Sinnesorgan gefordert wird dadurch aber um so intensiver zum Denken und Empfinden verführt.

To be continued….

 

Advertisements

Ich freue mich über Ihren Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s